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In meinen Arbeiten versuche ich, dem harten Material Stahl Formen abzutrotzen, die man ihm eigentlich nicht zutrauen würde.

Häufig verwende ich Stahlbänder, die miteinander verbunden werden. Kleinere Querschnitte hefte ich mit Hilfe von Schweißpunkten. Bei größeren Figuren verwende ich gerne schmiedeeiserne Nieten. Alternativ dazu finden sich auch Skulpturen aus Stahlbändern, die über die gesamte Außenseite verschweißt sind.

Diese miteinander verbundenen Bänder werden im Anschluss übereinander gebogen. Hierbei dehnt sich das äußere über das innere Band. Es wird länger. Beim Zurückbiegen weicht das nun länger gewordene Stahlband zur Seite aus. Es bildet sich eine Verwerfung. Eine Drehbewegung rundet meist die fertige Form ab. Je nach Winkel und Reihenfolge entstehen unterschiedliche individuelle Ergebnisse.

Circa 95% der Arbeitszeit fließt in die Vorbereitung der Rohlinge und in die Nachbearbeitung der gebogenen Skulpturen. Dennoch geschieht alles Wesentliche in der kurzen Zeitspanne dazwischen.

Knapp unter dem Schmelzpunkt wird das Rohobjekt weich, dehnbar und biegsam. In diesem kurzen, alles entscheidenden Augenblick entstehen die Objekte. Entschlossene und zügig ausgeführte Biegungen und Drehungen bestimmen die Form der fertigen Skulptur. Einmal gebogen gibt es kein Zurück mehr. War die Bewegung präzise und die Wärme am richtigen Fleck, besitzt das Ergebnis für Stahl untypische Wirkungen: weich, schmiegsam und zart.

Aber auch andere Herangehensweisen interessieren mich, sofern sie der Verformung des Stahls dienen. So entsteht zum Beispiel seit Herbst 2012 eine Reihe von Skulpturen, die mit Hilfe von Kälte verformt werden. Hierbei handelt es sich um Würfel aus fünf Millimeter dickem Stahlblech. Diese werden mit Wasser befüllt und gefroren. Beim Gefrieren dehnt sich das Wasser aus und verformt die Stahlwände. Nach häufigerem Gefrieren, Tauen und Nachfüllen sprengt das Eis schließlich die Würfel. Bis die Außentemperaturen wieder unter den Gefrierpunkt fallen, arbeitet meine Gefriertruhe auf Hochtouren.

Seit sehr kurzer Zeit gehören zu meinem Sortiment auch Thermobimetall-Skulpturen. Diese Skulpturen sind in der Lage, ihre Form der Umgebungstemperatur anzupassen. Sie verformen sich reversibel bei Temperaturschwankungen. Scheint zum Beispiel die Sonne auf die Skulpturen,  erwärmen sie sich und verformen sich. Kühlt die Luft abends ab, formen sie sich wieder zurück.

 

Kurz ein paar Worte zu meiner Arbeitsweise: In meinem kleinen, beschaulichen Atelier in Wachendorf/Cadolzburg genieße ich den Luxus, tatsächlich „selbstständig freischaffend“ zu arbeiten. Aber hin und wieder habe ich auch Freude an kleineren Auftragsarbeiten, sofern diese zu meinem sonstigen Werk passen. Was ich in meinem Atelier nicht machen kann, das schaffe ich in Obernzell bei Passau. Deshalb bin ich dort auch des öfteren anzutreffen.

Inhaltlich gilt mein Interesse der Suche nach ästhetischen Momenten, nach harmonischen Kurven und stimmigen Proportionen. Das Motiv, der potentiell dargestellte Gegenstand, tritt absolut in den Hintergrund. Es liegt wohl aber in der Natur des Menschen nach Motiven zu suchen.

Selbstverständlich bin ich neugierig, was meine Stahlskulpturen in Anderen auslösen, positiv wie negativ. Für alle Assoziationen und Meinungen die mich erreichen bin ich sehr dankbar!